Bau einer Suppenküche für die Elim Primary School im Township von Windhoek, Namibia

Planung auf dem Gelände der Elim Primary School

Ein Bericht von Joachim Keferstein​

Nach der Begleitung von Schüleraustauschen mit dem Schillergymnasium Münster in den letzten Jahren, an denen bereits Handwerker aus der Handwerkskammer Münster teilgenommen hatten, wurde vom Director of Education, Art, and Culture of Khomas Region, Herrn Vries, der mittlerweile im Ministerium gleichen Namens tätig ist, der Wunsch geäußert, bei zukünftigen Besuchen den Bau von Suppenküchen zu initiieren. „Hungry children cannot learn“, war seine Aussage, die Unterstützung verlangte.

Die Baumaßnahme der Suppenküche fand in der Elim Primary School in Windhoek statt. In dieser Grundschule werden 1200 Kinder unterrichtet. Sie kommen circa zur Hälfte aus dem Township Katutura. Die meisten von ihnen kommen ohne eine Mahlzeit in die Schule und können sich daher nicht so gut aufs Lernen konzentrieren. Die Suppenküche wurde von Architekten der Universität Windhoek für das Directorate geplant und ist modular aufgebaut. Das Gebäude, bestehend aus einer großen Dachkonstruktion (30 x 10 m), einer Innenküche unter dem Dach mit Lagerraum und einer Außenküche in der zukünftig gekocht werden soll, sollte in 2020 fertig gestellt werden – nunmehr ist das Jahr 2021 vorgesehen.

Vor unserem Arbeitseinsatz waren die Fundamentgräben ausgehoben worden, so dass die Arbeiten mit dem Gießen des Fundaments beginnen konnten. Danach wurden auf den Fundamentstreifen Mauern bis zur Höhe der Fundamentplatte erstellt. (die Bodenplatte wird aus klimatischen Gründen erst nach dem Dach erstellt) Auch das Fundament für die Außenküche wurde bis zur Bodenplattenhöhe gebaut. Wichtig war das Gießen von 14 Säulen, auf denen nun (Februar 2021) die Metallkonstruktion des Daches aufgebaut wird.

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Gießen des Fundaments
Bau der Wände in der sengenden Nachmittagshitze

Tolle Erfahrungen konnten im Team mit den deutschen Handwerkern gemacht werden, die trotz der Hitze eine intensive Arbeit hinlegten. Auch die Zusammenarbeit mit den acht namibischen Handwerkern steigerte sich von Tag zu Tag. Die Präzision der deutschen Handwerker und das Improvisationstalent und der Fleiß der namibischen Handwerker ergänzten sich gut.

Der nächste Schritt ist die Erstellung und der Aufbau der Dachkonstruktion durch eine Fachfirma. Danach soll der Bau der Lagerräume und am Ende die Bodenplatte erstellt werden.

„Hungry children cannot learn“

Eigentlich sollte die 2. Phase des Baus Ende Mai bis Mitte Juni (2020) durch Handwerker der Handwerkskammer Münster unter Begleitung des Unterzeichners fortgesetzt werden. Dazu wurden auch Anträge auf Finanzhilfe durch Auslandsprojekte und Konkreter Friedensdienst gestellt. Aufgrund der Reisebeschränkung und des shutdown in Namibia konnte dieser Arbeitseinsatz nicht stattfinden. Wann ein Arbeitseinsatz überhaupt möglich wird, entscheidet sich im Laufe des Jahres 2021. Somit lag die Baustelle fast ein ganzes Jahr brach.

Nun wurde im Januar nach weiterer finanzieller Unterstützung durch Intercultural Relations e.V und Engagement Global die Erstellung des Daches vor Ort ausgeschrieben und im Februar konnte diese Konstruktion aufgebaut werden.

Das Besondere dieses Projekts ist die starke Unterstützung durch die Regierung der Khomas Region und des Schulministeriums von Namibia. Sowohl die Gouverneurin Laura McLeod-Katjirua, die für weitere 5 Jahre in ihrem Amt bestätigt wurde, als auch der Director of Education, Arts & Culture, Herr Lewin und Herr Gerard Vries, aus dem Ministerium, haben wiederholt ihre Wertschätzung für dieses Projekt zum Ausdruck gebracht und sind intensiv in die Planungsarbeiten involviert. Auch das Land NRW ist der Überzeugung, dass die Erstellung von Suppenküchen in Kooperation von Handwerkskammern und Vocational Training Centern (VTC) zukunftsweisend ist. Diese Zusammenarbeit soll gestärkt und ausgebaut werden. Über den reinen Arbeitseinsatz hinaus ist das VTC Windhoek an einer Partnerschaft mit einer Einrichtung in NRW (ggf. Münster) interessiert.

Persönliches Fazit

Persönliche Begegnungen vor Ort waren für mich besonders bemerkenswert. Sowohl mit den deutschen Handwerkern als auch mit den Handwerkern aus Namibia. Das war eine sehr schöne Erfahrung der Zusammenarbeit. Insbesondere die Dankbarkeit der Protagonisten in der Schule. Besonders bewegt hat mich der Satz einer Lehrerin, die sagte: „Ich wollte eigentlich meinen Beruf aufgeben, weil ich kaum eine Perspektive für meine Arbeit sah. Ihr mit eurer Suppenküche habt mir Hoffnung gegeben. Ich mache weiter!“

Joachim Keferstein

17.02.2021